Definitionen und Analysen

In den letzten Artikeln (die ihr hierhier, hier und hier findet) haben wir uns detailliert mit der Frage beschäftigt, was Intertextualität ist und wie John Fiske bzw. Henry Jenkins dieses Konzept für sich nutzen. Wir haben festgestellt, dass dies ein sehr breites und teils ungenaues Feld ist, dass jeder auf seine eigene Weise nutzen kann. Zum einen ist eine solche Ausgangslage wünschenswert, da ich dadurch in die Lage bin meine eigene Nische zu finden, auf der anderen Seite muss ich auch genaue Definitionen abliefern, damit meine Arbeit entsprechend einsortiert werden kann. Wie Frau Stehling, die meine Bachelor-Arbeit betreut, gesagt hat, ist es erforderlich erst einen Überblick über das gesamte Feld zu bekommen, bevor man den Fokus auf einen bestimmten Aspekt konzentrieren kann. Dies wollen wir heute machen bzw. die nächsten Schritte darlegen.

In Bezug auf Intertextualität werde ich meine Definition an der poststrukturalistischen Strömung, also unter anderem Kristeva, orientieren und diese mit Populär-Kultur in Verbindung bringen. Nachdem das geklärt ist, definiere ich Populär-Kultur ans sich – im Sinne von Jenkins und Fiske. Wichtig ist, dass eine Abgrenzung stattfindet, also auch festzulegen, was ich nicht mache. Dies hilft ebenso bei der Eingrenzung des Themas.

Was sind eigentlich Comics? Diese Frage betrifft die nächste Definition über die ich mir Gedanken machen muss. Klingt zum einen Trivial, doch wenn man sich allein Will Eisners Comics and Sequential Art und Scott McClouds Understanding Comics ansieht, wo dieser auf Eisner aufbaut, scheint es gar nicht so einfach zu sein, eine Definition von Comics zu finden, die dieses Medium zufriedenstellend einordnet. Doch was ich persönlich unter dem Begriff verstehen möchte und der Definition, wie ich ihn in meiner gebrauche, sind leicht unterschiedlich. Schließlich beschäftige ich mich nicht damit festzulegen, was denn Comics nun eigentlich genau sind, sondern will dem geneigten Leser bzw. der geneigten Leserin nahe bringen, wie Invincible einzuordnen ist, damit dann auch nachvollziehbar ist, wie ich auf bestimmte Referenzen komme.

Mein Anspruch liegt trotzdem recht hoch, da ich so manche Arbeiten gelesen habe, die eine sehr eigenwillige Definition von Comics mitbringen. Ich darf allerdings den Kontext nicht aus den Augen verlieren, den ich für meine Fragestellung benötige. Zentraler Aspekt meiner Definition von Comics soll dabei sein, dass es sich um popkulturelle Erzeugnisse handelt, die einen Zeitgeist aufgreifen und diesen verarbeiten und dabei mit einer eigenen Sprache agieren, wie es jedes Medium macht. Apropos Fragestellung: auch diese wird nun festgelegt.

Als nächstes soll es um die Operationalisierung gehen, also das konkrete Vorgehen bei der Analyse. Zuerst war der Gedankengang jener, dass ich mir vier bis fünf signifikante Stellen aus Invincible heraussuche und diese genauer unter die Lupe nehme. Doch dies ist schwieriger als Gedacht, da bei Comics und bei Invincible im speziellen, teilweise nur Andeutungen bzw. kurze Szenen geszeigt werden, die allerdings erst sehr viel später konkret aufgegriffen werden und zu einem Konflikt mit dem titelgebenden Protagonisten führt. Deshalb haben wir nun folgendes Vorgehen festgelegt: Es gibt fünf Kategorien, die derzeit die teils nichtssagenden Namen wie Tropes, Arc, Referenzen, Werte und Politische, gesellschaftliche Ereignisse tragen. Diese sollen nun definiert werden.

Anschließend erfolgt eine detaillierte Analyse der einzelnen Comic Books von Invincible. Daten wie Inhalt, Personen, etc. werden tabellarisch erfasst und bereits mit den Kategorien in Verbindung gebracht. Aufgrund dieser Datenbasis kann man schließlich eine Analyse vornehmen. Dieses Vorgehen gefällt mir persönlich sehr gut, weil es strukturiert ist und die willkür aus der Stellen-Auswahl nimmt. Ob ich allerdings alle 144 Ausgaben durchnehme sei mal dahingestellt. Es werden wahrscheinlich eher 50 oder so.

Soweit zu den nächsten Punkten meiner Bachelor-Arbeit. Es sind teils aufwendige Punkte, also genau das Richtige um die kommenden Semesterferien zu füllen.

 

Bild im Featured Image von Clint Adair on Unsplash

1 Comment

  1. Pingback: Artikel im Februar - Christoph Staffl

Comments are closed.

%d bloggers like this: